Crowdfunding für Existenzgründer lukrative Finanzierung oder Flop?

Wie funktioniert Crowdfunding für Existenzgründer und wo sind die größten Stolperfallen?

Für Existenzgründer gibt es unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Darlehen, Beteiligungen oder Venture-Capital-Gesellschaften und seit 2010 in Deutschland natürlich das Crowdfunding.

Zuerst ein paar Basics, damit Existenzgründer verstehen, wie Crowdfunding funktioniert.

Was ist Crowdfunding überhaupt?
Crowdfunding ist eine Finanzierungsart, bei dem Unternehmer die Möglichkeit haben ihre Geschäftsidee durch eine große Anzahl von Kapitalgebern fremd zu finanzieren. Als Gegenleistung erhält diese Gruppe Anteile am Gewinn oder einen vorher festgelegten Gegenwert bezogen auf ihre Einlage. Vorteil für den Existenzgründer und Finanzgeber: Je größer die Menge der Kapitalgeber, desto geringer das Risiko des einzelnen. Durch das Aufteilen des Risikos werden sich leichter Finanzgeber finden. Nachteil: Wird der Finanzierungsbetrag nicht erreicht, weil nicht genügend Finanzgeber gefunden werden konnten, findet auch keine Finanzierung statt, alle Finanzgeber erhalten ihren Einsatz zurück.

Was wird beim Crowdfunding finanziert?
Projekte ohne Gewinnabsichten also künstlerische, soziale und gemeinnützige Ideen und natürlich Unternehmenskonzepte mit klarer Gewinnabsicht. Ob dies eine Dienstleistung, eine Software oder ein Produkt ist, hier sind der Mannigfaltigkeit keine Grenzen gesetzt. Vom Elektrohubschrauber bis zur eigens produzierten Musik-CD.

Welche Finanzierungs- bzw. Gründungsphasen gibt es?
Eine Existenzgründung lässt sich in drei Gründungsphasen und damit Finanzierungsphase unterteilen:

1. In der Seed –Phase
wird der Markt und die Zielgruppe analysiert und Angebotswicklungen durchgeführt. Ziel dieser Phase ist, die Nachfrage plausibel zu „beweisen“ und das Produkt oder die Dienstleistung zunächst als Prototyp fertigzustellen.

2. In der StarUp-Phase
wird offiziell das Unternehmen gegründet. Sie umfasst die Fertigstellung eines marktreifen Produkts bzw. einer komplett funktionierenden Dienstleistung, als auch den Abschluss eines praxisnahen und damit tatsächlich auch durchführbaren Geschäftskonzeptes. Die Seed- und StartUp-Phase sind die „frühen“ Finanzierungsphasen. Jedoch steigt die Erwartung in der StartUp-Phase möglicher Investoren bezogen auf die Konzeptdetails. Je realistischer die Gewinnerzielung des Unternehmens dargestellt werden kann, desto größer ist die Chance Fremdkapital zu erhalten.

3. In der Wachstumsphase
werden schon erste Umsätze offenkundig. Vorher geplantes kommt Schritt für Schritt zur Realisierung. Anpassungen werden durchgeführt und Hochrechnungen zeigen, ob das in früheren Phasen erstellte Konzept erreichbar scheint. Das ist die Nachfinanzierungsrunde. Entweder wird Kapital für weitere Marketing- oder Markterschließungsaktionen, für Personal oder dem Zukauf von Material oder Maschinen für Produktionen bzw. den Handel benötigt.

Wie starten Existenzgründer Crowdfunding?

  1. Innerhalb der Seed-Phase meldet man sich auf einer Crowdfunding-Plattform an. Die Betreiber prüfen Deine Idee.
  2. Der Existenzgründer präsentiert dort in Text und Bild und als Video Pitch seine Gründungsidee. (Kein Trailer oder Werbevideo)
  3. Du legst Dein Finanzierungsziel fest.
  4. Du legst die Deadline fest (Enddatum der Finanzierungsrunde)
  5. Verknüpfe Dein Konto mit der Fundingveröffentlichung.
  6. Dann wird die Projektseite veröffentlicht.
  7. Du legst die Stufen der Beteiligungshöhen fest und die entsprechende Gegenleistung, die der einzelne Finanzgeber dafür erhalten soll.
  8. Danach machst Du „Werbung“ für Dein Projekt und sammelst Feedbackgeber aus Deinem Netzwerk. Bei manchen Plattformen startet erst nach einer gewissen Anzahl von Feedbackgebern die eigentliche Finanzierungsphase.
  9. Animiere Finanzgeber zur Weiterempfehlung durch Informationen über die Entwicklung der Sartup-Idee.

Was passiert, wenn das „Fundingziel“ (Investitionssumme) erreicht wird?
Du bekommst dein Geld und kannst Dein Businesskonzept realisieren.
Im Laufe der Realisierung bekommen die Finanzgeber ihre jeweiligen Gegenleistungen.

Was passiert, wenn das Fundingziel nicht erreicht wird?
Alle Kapitalgeber erhalten ihre Einlage zurück, das Projekt kann nicht gestartet werden. Auch nicht mit einem Teil.

Welche Vorbereitungen sind für Existenzgründer, die sich für Crowdfunding entscheiden wichtig?

Schritt 1:
WICHTIG: Die Realisierung einer Crowdfunding-Kampagne bedarf muss vorbereitet sein! Entwickle zunächst eine Darstellung Deiner Idee in den verschiedenen Medien. Mit Hilfe von Videos, eine Page oder auch schon in Facebook und Co. Sollte Dein Projekt schon mal in Deiner Crowd (Bekanntengruppe, Netzwerk, Fans, Konsumenten, Freunde und Familie) präsentiert werden. Bitte dann alle um ein Feedback, damit Du schon eine erste Einschätzung von Deiner Idee bekommst. Und vielleicht kristallisiert sich hier schon eine spezielle Zielgruppe oder noch unbeachtete Bedürfnisbefriedigung heraus, die Du dann in der Crowdfundingphase noch berücksichtigen kannst.

Schritt 2:
Wenn alle Texte, Internetseiten zur Präsentation und ein Video, sowie der Businessplan (ausführliche Gewinnerzielung im Zahlenteil beachten) fertig sind. Kannst Du Dich bei einer Crowdfundingplattform anmelden.

Wo findet man deutsche Crowdfunding-Plattformen?
startnext.de/

https://www.seedmatch.de/

fundsters.de/

visionbakery.com/

ipogo.de/

Crowdfunding ist für Existenzgründer in vielen Fällen eine spannende und oft besser funktionierende Finanzierungsart. Wer mehr über Crowdfunding für Existenzgründer wissen will kann sich auch in unserer Facebookgruppe facebook.com/groups/existenzgruendung.bw/ anmelden. Dort erhältst Du kostenlose Unterstützung. HIER KLICKEN >>>